Wirkung


Wirkung der Tiere auf den Menschen Pfote Hund


Ein Tier kann dem Kind dabei helfen, die Aufgaben des Großwerdens zu meistern.    

(Boris M. Levinson)


Zufällig entdeckte 1961 der amerikanische Kinderpsychologe Boris M. Levinson während einer Therapiestunde die Wirkung seines Hundes, der zwischen ihm und einem Kind vermittelte.Der sehr verschlossene und schweigsame Junge fühlte sich sofort von dem Hund angezogen, begrüßte diesen freudig und sprach spontan mit ihm. Schnell erkannte Levinson die Wirkung des Hundes als sozialer Katalysator und setzte den Hund fortan gezielt in der Therapie mit Menschen ein. Levinson gilt als Pionier im Einsatz von Tieren als therapeutische Begleiter und seine Veröffentlichung im Jahr 1969 war der Anstoß für andere Ärzte und Psychologen zur Untersuchung der Effekte von Tieren auf den Menschen.

Tiere berühren die Seele und öffnen den Kindern, besonders denen, die mit einer Einschränkung oder Behinderung leben müssen, ein Tor in eine andere und schönere Welt. Durch die Unterstützung der Tiere als Co-Therapeuten wird der Mensch im emotionalen, sozialen, kognitiven und motorischen Bereich gefördert und die Wirkung ist ganzheitlich. Jedes Tier bietet eine besondere Form des Lernens an und gibt somit individuelle hilfreiche Impulse im Entwicklungsprozess.


Kinder und HundKinder und HundKind und HundPferd und Kind


Tiere...


  • haben einen hohen Aufforderungscharakter, machen neugierig und regen zum Fragen und Handeln an
  • wecken die Lust auf Neues, es entwickelt sich eine hohe Eigenmotivation
  • bieten Erfahrungsräume, in denen Selbstvertrauen aufgebaut und Selbstbewusstsein gestärkt wird
  • wirken je nach Förderziel aktivierend in dem sie die Bewegung erhöhen oder helfen bei der Entspannung und Beruhigung
  • fordern auf Initiative zu ergreifen und Verantwortung zu tragen
  • regen die Phantasie und Kreativität an
  • schenken Trost, Sicherheit und Zuwendung
  • setzen klare Signale und somit direkte Grenzen
  • werten und urteilen nicht, sie nehmen den Menschen so an wie er ist, mit allen Besonderheiten und Eigenheiten
  • geben Anreize auf allen Sinneskanälen und fördern so die Wahrnehmung, Konzentration, Reaktion und Koordination
  • helfen dabei Spaß und Freude zu empfinden und bringen uns zum Lachen
  • fördern Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft und Zuverlässigkeit
  • helfen beim Abbau von Ängsten, Frustration, Wut und Enttäuschung
  • tragen zu mehr Gelassenheit und Ausgeglichenheit bei
  • stärken Handlungskompetenz und Selbständigkeit


Oder ganz einfach ausgedrückt:

Alles was uns stärkt, 
glücklich macht,
erlöst,
befreit,
zu uns selbst führt,
unsere Kreativität steigert,
trägt zu unserer Gesundheit bei.
(Forman/Niederwasser aus „Heilende Kraft der Tiere“)


Wirkung der verschiedenen Tierarten


Pferde:

Der Umgang mit Pferden wirkt sich positiv auf Stimmung, Körperlichkeit und Sozialverhalten
aus. Lebensängste und Depressionen können gemildert werden. Pferde sind klar und deutlich und erwarten dies auch von dem Menschen. Sie unterstützen den Menschen ganzheitlich, tragen ihn und geben ihm ein Gefühl des Getragenseins. Die den Pferden eigene Gangart unterstützt die Erhaltung bzw. Wiederherstellung der Beweglichkeit und der Balance, fördert tiefe Atmung und regt die Durchblutung an. Über die körperlichen Impulse können so auch seelische, geistige und soziale Bedürfnisse der Menschen optimal angesprochen werden.

Das Striegeln und Bürsten des Felles, das Säubern der Hufe, das Satteln und Zäumen der Pferde fördern sowohl die Kontaktaufnahme als auch die Fähigkeit zur Bewältigung komplexer Arbeitsgänge. Pferde schulen dabei gleichzeitig die Wahrnehmung durch ihre natürlichen Reaktionen und individuellen Eigenheiten als lebendige Wesen. Durch die langsame Annäherung und den Körperkontakt mit größeren Tieren können Berührungsängste überwunden werden.


Katzen:

Sie sind gerne unabhängig, können aber auch eine innige Beziehung zu den Menschen entwickeln. Zuneigung und Vertrauen zeigen Katzen durch Signale des Wohlfühlens z.B. durch anschmiegsame Bewegungen, kleine Nasenstupser und Schnurren. Gerade durch ihre Art des Körperkontaktes und durch das Schnurren eignen sich Katzen besonders gut als Dialogpartner für Menschen mit einer Höreinschränkung. Die taktilen Reize des Hautkontaktes und die Vibrationen, welche beim Schnurren auf den menschlichen Körper übertragen werden, können sowohl von Hörbehinderten als auch von Hör-Seh-Behinderten leicht verstanden werden.

Katzen kann man beobachten, streicheln, versorgen und mit ihnen kuscheln. Sie sind sehr verspielt
und es gibt viele Möglichkeiten durch Spiele pädagogisch oder therapeutisch in Interaktion auf das Kind einzuwirken. Es wird dadurch Fein- und Grobmotorik verbessert, Kreativität und Konzentration gefördert. Zudem haben sie eine beruhigende Wirkung und geben Raum für Kommunikation und um Gefühle mitzuteilen.


Ziegen:

Ziegen sind neugierig, intelligent, klettern sehr gerne und beweisen darin außerordentliche Geschicklichkeit. Sie sind aber auch eigensinnig, mutig und sprungfreudig und es Bedarf daher viel Einfühlungsvermögen beim Führen. Ziegen lernen schnell kleine Kunststücke und sind auch für einen Kindercircus gut geeignet. Kinder lernen dadurch Grenzen zu setzen. Sie können durch einen Parcours geführt werden und Kletterübungen machen. Für ängstliche und schüchterne Kinder ist der Kontakt zur Ziege eine gute Alternative zum Pferd.

Gefördert wird Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein, Selbstwahrnehmung, geübt wird Beweglichkeit, Konzentration, Reaktion und Kreativität. Beim Umgang mit Ziegen wird außerdem viel gelacht.


Kaninchen:

Sie sind bewegungsfreudige, neugierige und gesellige Tiere. Ihr Körper bietet viel Interessantes
zu entdecken, schöne große Augen, weiches Fell, lange Ohren, kleiner buschiger Schwanz.

Sie können beobachtet, gestreichelt, gekuschelt, gefüttert werden und sie können kleine Übungen lernen.

Gleichzeitig gibt es viele Möglichkeiten den Stall mit Naturmaterialien (die vorher bei einem Waldspaziergang gesammelt werden können) wie z.B. Äste, Tannenzweige, Baumwurzeln, usw. zu gestalten. Es können Löwenzahn, Gras- und Wiesenkräuter gesucht und Futterspieße aus Obst/Gemüse zubereitet werden.

Gefördert wird dadurch Grob- und Feinmotorik, Kommunikation, soziales Miteinander,
Sprachgebrauch, Kreativität, Konzentration und Geduld.


Meerschweinchen

Sie leben in Gruppen, sind tagaktiv, bewegen sich gerne und sind in der Gemeinschaft sehr
kommunikativ. Sie lassen sich gut auf den Arm nehmen und streicheln, ihr geselliges Zusammensein regt zum Beobachten an.

Ähnlich wie bei den Kaninchen lassen sie sich streicheln, sind gut zu händeln, und es gibt viele interessante Möglichkeiten bei der Stallgestaltung, Pflege und Fütterung.


Schafe:

Schafe haben einen ausgeprägten Herdentrieb, sind sehr ruhig und geduldig. Sie lassen
sich gerne streicheln und kraulen, können kleine Lektionen lernen und an der Leine geführt werden. Auch haben sie eine gute Größe für Rollstuhlkinder. Besondere taktile Wahrnehmung durch die Wolle und die Verarbeitung der Wolle wie z.B. Filzen.

Förderung von Grob- und Feinmotorik, sozialem Miteinander und Sprachgebrauch. Sie verbreiten eine Atmosphäre von Ruhe, Zufriedenheit und Entspannung.